Arbeiten Ihre Büros wirklich für Sie?
Kurz gesagt
Die Büroeinrichtung für Unternehmen in der Schweiz beginnt bei Belegschaft und Arbeitsweisen, nicht bei einem Möbelkatalog. Rechnen Sie mit rund 8 bis 12 m² pro Arbeitsplatz inklusive gemeinsamer Zonen, einem Ausbaubudget von meist 1'000 bis 2'000 CHF/m² je nach Standard und einer Büroplanung in fünf Phasen, vom Programm bis zur Baustelle. Dieser Leitfaden erläutert Flächen, Raumtypen, Akustik, Ergonomie und Kostenspannen.

Ein Unternehmen, das umzieht oder seine Räume erneuert, sucht nicht in erster Linie schöne Büros, sondern Flächen, in denen sich Teams konzentrieren, besprechen und begegnen können, ohne sich zu stören. Viele Schweizer Bürogeschosse entstehen jedoch von hinten: zuerst die Arbeitsplätze, dann die Suche nach Platz für Sitzungen. Der Preis dafür wird täglich in verlorener Konzentration und in belegten Räumen bezahlt.
Von den Arbeitsweisen ausgehen, nicht vom Mobiliar
Ein gutes Projekt beginnt mit einer Bedarfsanalyse, nicht mit einem Tischplan. Man ermittelt, wie viele Personen die Fläche tatsächlich nutzen, mit welcher Anwesenheitsquote und wie sie arbeiten: konzentrierte Einzelarbeit, häufige Telefonate, Teamarbeit, Kundenempfang. Diese Antworten bestimmen Fläche, Raumaufteilung und Ausstattungsgrad, lange bevor ein Stuhl gewählt wird.
Homeoffice hat die Ausgangslage verändert. Viele Unternehmen brauchen keinen festen Platz pro Mitarbeitenden mehr, sondern eine Auswahl an Orten: Konzentrationsplätze, geschlossene Räume für Telefonate, Projektflächen, informelle Zonen. Wer nach der Anwesenheit an einem durchschnittlichen Dienstag dimensioniert und nicht nach der Summe aller Verträge, mietet und heizt keine leeren Quadratmeter.
Wie viele Personen, wie viele Quadratmeter
Die Schweiz schreibt keine gesetzliche Mindestfläche pro Arbeitsplatz vor, doch Praxis und Ergonomieempfehlungen führen zu stabilen Grössenordnungen. Ein reiner Bildschirmarbeitsplatz belegt rund 5 bis 6 m² Nettofläche. Zählt man Verkehrsflächen, Sitzungszimmer, Technikräume und Gemeinschaftszonen hinzu, landet man meist bei 8 bis 12 m² pro Person im Grossraum, im Zellenbüro entsprechend mehr.
- Gleichzeitig anwesende Belegschaft erfassen, nicht nur die unterzeichneten Verträge
- Realistisches Verhältnis an Sitzungsplätzen vorsehen (ein Sitzungsplatz auf zwei bis drei Arbeitsplätze)
- Serviceflächen einrechnen: Küche, Schränke, Archiv, Technikräume
- Eine Wachstumsreserve von zwei bis drei Jahren einplanen
Richtwert Fläche pro Arbeitsplatz
Diese Spannen dienen der Dimensionierung eines Geschosses in der frühen Phase. Sie enthalten den auf jeden Arbeitsplatz umgelegten Anteil an gemeinsamen Flächen; der Endwert hängt von der Gebäudegeometrie, der angestrebten Dichte und dem gewünschten Komfort ab.
Richtwert Fläche pro Arbeitsplatz
Grossraum, Zellenbüro oder Flex: was passt
Kein Raumtyp ist per se gut; jeder löst ein Problem und schafft ein neues. Der Grossraum fördert Austausch und Flächennutzung, konzentriert aber den Lärm. Zellenbüros schützen Konzentration und Vertraulichkeit auf Kosten von Quadratmetern und Flexibilität. Das Flex-Modell, bei dem man den Ort je nach Aufgabe wählt, senkt die feste Fläche, verlangt aber Organisationsdisziplin und eine gute digitale Infrastruktur.
- Höhere Flächendichte und tiefere Kosten pro Arbeitsplatz
- Zusammenarbeit und Überblick werden erleichtert
- Lärm und Ablenkung müssen akustisch behandelt werden
- Braucht ergänzend geschlossene Räume und Telefonkabinen
- Maximale Konzentration und Vertraulichkeit
- Geeignet für Geschäftsleitung, HR, Recht, Finanzen
- Höhere Fläche pro Arbeitsplatz
- Weniger flexibel bei Reorganisationen
- Geringere Fixfläche dank geteilter Arbeitsplätze
- Passender Ort für jede Art von Aufgabe
- Verlangt Schränke, Reservation und konsequente Reinigung
- Beruht auf einer soliden digitalen Infrastruktur
Akustik, Sitzungen und Ergonomie: der tägliche Komfort
Der häufigste Grund für Unzufriedenheit im Grossraum ist Lärm. Er wird mit absorbierenden Materialien an Decke und Boden, mit Trennwänden und geschlossenen Telefonkabinen sowie mit einer Anordnung behandelt, die ruhige Zonen von belebten trennt. Bei Sitzungen sind mehrere kleine Räume und Kabinen besser als ein einziger grosser, ganztags belegter Saal: Die meisten Treffen umfassen zwei bis vier Personen.
- Akustische Behandlung der Decke und definierte Ruhezonen
- Geschlossene Kabinen für Telefonate und Videokonferenzen, mindestens eine pro Geschoss
- Höhenverstellbare Arbeitsplätze und ergonomische Stühle (Empfehlungen der SUVA)
- Ausreichende, blendfreie Beleuchtung und Tageslichtanteil
- Kontrollierte Lüftung und Temperatur gemäss geltenden HLK-Normen
Ein gelungenes Geschoss beurteilt man nicht an Fotos, sondern daran, dass immer ein freier Raum und ein ruhiger Ort zum Konzentrieren zu finden ist.
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Die fünf Phasen eines Ausbauprojekts
Eine kontrollierte Büroplanung folgt einem klaren Ablauf, vom Bedarf bis zur Baustelle. Jede Phase bestätigt Entscheide, bevor unumkehrbare Kosten anfallen, was Überraschungen am Ende reduziert.
Analyse von Belegschaft, Nutzungen und Flächen; Festlegung von Budget und Zeitplan.
Zoning des Geschosses, Wahl der Raumtypen und Gesamtstimmung; erste Skizzen.
Detailpläne, Materialwahl, Trennwände, Akustik, Beleuchtung und technische Koordination.
Anfrage bei den Unternehmen, Vergleich der Offerten und Vergabe der Lose.
Bauleitung, Qualitätskontrolle, Abnahme der Räume und Bezug.
Kosten einer Büroeinrichtung für Unternehmen
Die Ausbaukosten denkt man pro Quadratmeter. In der Schweiz bleibt eine leichte Auffrischung moderat, ein vollständiger Ausbau in üblichem Standard liegt meist in einer mittleren Spanne, und ein hochwertiges Projekt oder eines an angespannten Märkten wie Zürich und Genf kann diese Werte deutlich übersteigen. Diese Grössenordnungen schliessen schweres Mobiliar und IT aus und hängen vom Ausgangszustand der Räume ab.
Richtwert Ausbaukosten (ohne Mobiliar und IT)
Zu diesen Arbeiten kommen die Honorare für Innenarchitektur und Space Planning, oft in der Grössenordnung von 15 bis 22 % der Bausumme oder zwischen 120 und 300 CHF/h verrechnet; der SIA-Tarif ist seit 2020 nicht mehr verbindlich und dient als Richtwert. Planen Sie zudem eine Reserve von 10 bis 20 % für Unvorhergesehenes ein, das beim Öffnen bestehender Trennwände oder Unterdecken häufig auftritt.
Die teuren Fehler
Drei Fehler wiederholen sich: nach der Gesamtbelegschaft statt nach der realen Anwesenheit dimensionieren, die Akustik in grossen Geschossen unterschätzen und geschlossene Räume vernachlässigen. Ein früh sauber aufgesetztes Projekt mit ehrlichem Flächenprogramm und eingehaltenen Phasen kostet weniger als ein Geschoss, das man sechs Monate nach dem Bezug korrigieren muss.
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Mein Projekt beschreibenHäufige Fragen
Rechnen Sie mit rund 8 bis 12 m² pro Person im Grossraum inklusive gemeinsamer Zonen und 10 bis 15 m² im Zellenbüro. Ein reiner Bildschirmplatz belegt 5 bis 6 m² Nettofläche. Die Schweiz kennt keine gesetzliche Mindestfläche, doch diese Richtwerte erlauben eine realistische Dimensionierung.
Eine leichte Auffrischung bleibt moderat, ein Standardausbau liegt meist zwischen 1'000 und 2'000 CHF/m², und ein hochwertiges Projekt oder ein angespannter Markt wie Zürich oder Genf übersteigt diese Werte. Die Spannen schliessen schweres Mobiliar und IT aus und hängen vom Ausgangszustand ab.
Der Grossraum optimiert Fläche und Zusammenarbeit, verlangt aber akustische Behandlung und geschlossene Kabinen. Zellenbüros schützen Konzentration und Vertraulichkeit auf Kosten von Fläche. Viele Unternehmen kombinieren beides und ergänzen ein Flex-Modell für mobile Funktionen.
Fünf Phasen: Programm (Bedarf, Flächen, Budget), Konzept (Zoning und Stimmung), Ausführungspläne, Ausschreibung an die Unternehmen sowie Baustelle und Abnahme. Jede Etappe vor der nächsten zu bestätigen begrenzt Überschreitungen und späte Korrekturen.
Für ein Geschoss mit mehreren Arbeitsplätzen ja: Space Planning, Akustik, Ergonomie und technische Koordination bestimmen Komfort und Endkosten. Die Honorare betragen oft 15 bis 22 % der Bausumme oder 120 bis 300 CHF/h, eine Investition, die sich durch einen von Anfang an richtigen Plan rasch rechnet.