Was die Unterstadt Ihren Umbauplänen vorschreibt
Kurz gesagt
Ein Innenarchitekt in Freiburg plant und begleitet die Renovation einer Wohnung, von der Massküche bis zur kompletten Neuaufteilung der Räume. In einem offiziell zweisprachigen Kanton mit einer weitgehend geschützten mittelalterlichen Unterstadt aus Molassesandstein geht seine Rolle über die Ästhetik hinaus: Er übersetzt Ihre Bedürfnisse in realistische Pläne, stimmt sich mit dem Kulturgüterdienst ab und hält das Budget. Rechnen Sie mit 15 bis 22 % der Baukosten für das Honorar bei einer Renovation.

Ein Rundbogenportal aus Sandstein, eine gewundene Treppe, sechzig Zentimeter dicke Mauern, die keinen improvisierten Schlitz vertragen. Eine Wohnung im historischen Kern von Freiburg zu renovieren hat nichts mit einer Wohnung aus den 1990er-Jahren in Villars-sur-Glâne zu tun. Zwischen dem mittelalterlichen Gefüge der Unterstadt und den Auflagen des Kantons beginnt jedes Projekt mit derselben Frage: Was lässt sich wirklich verändern, und zu welchem Preis?
Warum ein Innenarchitekt in Freiburg sinnvoll ist
Der Innenarchitekt gestaltet bewohnte Räume: Raumaufteilung, Licht, Materialien, Einbaumöbel. In Freiburg liegt sein Wert ebenso in der Planung wie in der Ortskenntnis. Ein im Inventar erfasstes Gebäude, eine Molassefassade, ein originaler Bodenbelag: Diese Elemente bestimmen das Machbare, noch bevor ein Plan gezeichnet ist. Wer einen ortskundigen Fachmann beizieht, vermeidet ein Projekt, das sechs Monate später abgelehnt wird.
Die Rolle: weit mehr als Farben wählen
Der Beruf deckt den gesamten Ablauf ab, vom Aufmass des Bestands bis zur Bauabnahme. Der Innenarchitekt beschränkt sich nicht auf Dekoration: Er versetzt Wände, plant eine Küche neu, koordiniert die Handwerker und stellt sicher, dass alles den Normen entspricht. Ein vollständiger Auftrag umfasst in der Regel folgende Leistungen.
- Aufmass und Analyse des Bestands, inklusive statischer und denkmalpflegerischer Auflagen
- Vorprojekt: Pläne, Skizzen, Stimmungen und erste Kostenschätzung
- Detailprojekt: Materialwahl, Massmöbel, technische Pläne
- Bewilligungsgesuch und Austausch mit den kantonalen Stellen
- Ausschreibungen, Vergleich der Offerten und Auswahl der Handwerker
- Bauleitung, Baustellenbegleitung und Schlussabnahme
Die Projektphasen vom Aufmass bis zur Abnahme
Ein Renovationsprojekt folgt einem logischen Ablauf. Wer diese Etappen kennt, weiss jederzeit, wo er steht, und kann Entscheidungen vorbereiten.
Präzise Messungen, Zustandsaufnahme und Klärung Ihrer echten Bedürfnisse. Diese Phase deckt die versteckten Zwänge eines Altbaus auf.
Erste räumliche Vorschläge und Kostenschätzung. Man legt eine Richtung fest, bevor man in Detailpläne investiert.
Definitive Pläne, Materialwahl und bei Bedarf Einreichung eines Gesuchs bei Gemeinde und Kanton.
Anfrage bei Handwerkern, Offertvergleich und Festlegung des definitiven Budgets vor Baubeginn.
Koordination der Gewerke, Qualitätskontrolle und Behebung der Mängel bei der Übergabe.
Honorar und Budget: was Sie erwartet
Das Honorar eines Innenarchitekten liegt bei einer Renovation in der Regel zwischen 15 und 22 % der Baukosten, bei einem Neubau zwischen 12 und 18 %. Manche verrechnen einen Stundenansatz von 120 bis 300 CHF, je nach Erfahrung und Komplexität. Wichtig: Die Honorarordnung der SIA ist seit 2020 nicht mehr verbindlich, die Preise werden also frei von Fall zu Fall verhandelt.
Grössenordnungen für eine Wohnungsrenovation in Freiburg
Diese Spannen schwanken stark je nach Zustand der Wohnung und ihrem denkmalpflegerischen Charakter. Planen Sie eine Reserve von 10 bis 20 % für Unvorhergesehenes ein: In einem Altbau ist es die Regel, nicht die Ausnahme. Beobachtete Budgetüberschreitungen liegen häufig zwischen 15 und 25 %, wenn keine Marge vorgesehen wurde.
Unsicher, ob ein Projekt in der Unterstadt oder anderswo im Kanton machbar ist? Ein erstes Gespräch klärt das Realisierbare, bevor Sie sich festlegen. Architekten in Ihrem Kanton vergleichen
Unterstadt, Molasse und der Kulturgüterdienst
Freiburg besitzt eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte der Schweiz. Die Unterstadt und das Burgquartier, gebaut aus grünlichem Molassesandstein, bilden ein weitgehend geschütztes Ensemble. Jeder Eingriff an einem geschützten Gebäude läuft über den Kulturgüterdienst (Service des biens culturels, SBC), der das Erbe inventarisiert, Gebäude unter Schutz stellt und Eigentümer bei Restaurierungen berät. Konkret können Fassade, Dachstuhl oder originale Fenster an Bedingungen geknüpft sein.
- Vom öffentlichen Raum sichtbare Änderungen werden besonders geprüft
- Molasse ist ein weicher Sandstein: Sein Unterhalt verlangt spezialisierte Techniken und Handwerker
- Einzelne originale Innenelemente (Balken, Böden, Treppen) können geschützt sein
- Vor Baubeginn kann eine Bewilligung oder ein Vorbescheid des SBC nötig sein
- Für die Restaurierung geschützter Objekte bestehen mitunter Beiträge oder Erleichterungen
In einem geschützten Gebäude ist die denkmalpflegerische Auflage kein Hindernis, das man umgeht: Sie ist der Rahmen, der dem Projekt seinen Wert gibt. Man plant mit der Geschichte des Orts, nicht gegen sie.
Ein zweisprachiger Kanton: Realität auf der Baustelle
Freiburg ist einer von drei offiziell zweisprachigen Kantonen der Schweiz, neben Bern und Wallis. Die Stadt und der Saanebezirk sind französischsprachig, das Sensebezirk deutschsprachig, der Seebezirk zweisprachig. Auf einer Baustelle heisst das: Handwerker, Unterlagen und Gemeindestellen wechseln je nach Ort die Sprache. Ein mit dem Kanton vertrauter Innenarchitekt koordiniert reibungslos zwischen Freiburg, Bulle und den deutschsprachigen Gemeinden.
Geschützter Altbau oder neuere Wohnung: zwei Logiken
Ob Sie in der Unterstadt oder in einem neueren Gebäude am Stadtrand renovieren, die Methode ändert sich grundlegend.
- Möglicher Vorbescheid des Kulturgüterdiensts
- Eingeschränkte Eingriffe an Fassaden und originalen Elementen
- Spezialisierte Handwerker für Molasse und Altbau
- Längere Fristen, höheres Budget und höhere Reserve
- Hoher denkmalpflegerischer Wert und einzigartiger Charakter
- Meist standardmässige Gemeindebewilligung
- Grosse Freiheit bei der Neuaufteilung der Räume
- Klassische Gewerke und beherrschbare Fristen
- Besser planbare Kosten pro Quadratmeter
- Weniger Auflagen, weniger originaler Charme
Keiner der beiden Ansätze ist besser: Sie beantworten unterschiedliche Projekte. Entscheidend ist, einen Fachmann zu wählen, dessen Erfahrung zu Ihrem Objekt passt.
Böse Überraschungen vermeiden
Drei Reflexe begrenzen die Risiken. Erstens ist eine Asbestabklärung für jedes vor 1991 erbaute Gebäude unerlässlich: Die Renovation kann Fasern freisetzen, wenn dieser Punkt nicht geprüft wurde. Zweitens legen Sie von Beginn an eine Reserve von 10 bis 20 % zurück. Drittens lassen Sie detaillierte Offerten erstellen und ein klares Pflichtenheft unterzeichnen: Das ist der beste Schutz gegen Überschreitungen von 15 bis 25 %, die entstehen, wenn der Umfang unklar bleibt.
Sprechen wir über Ihr Projekt in Freiburg
Ob Ihr Objekt in der Unterstadt, in Bulle oder im Greyerzerland liegt: Wir prüfen Machbarkeit, denkmalpflegerische Auflagen und Budget, bevor wir zeichnen. Kontaktieren Sie AC Design für einen ersten Termin.
Mein Projekt beschreibenHäufige Fragen
Das Honorar liegt bei einer Renovation in der Regel zwischen 15 und 22 % der Baukosten, bei Neubauten zwischen 12 und 18 %. Der Stundenansatz reicht von 120 bis 300 CHF. Seit 2020 ist die SIA-Honorarordnung nicht mehr verbindlich: Alles wird von Fall zu Fall verhandelt.
Nicht vollständig. Geschützte Gebäude des historischen Kerns unterstehen dem Kulturgüterdienst (SBC). Molassefassaden und einzelne originale Elemente können an Bedingungen oder einen Vorbescheid geknüpft sein. Ein ortskundiger Innenarchitekt prüft den Status des Objekts vor der Planung.
Das hängt von Umfang und Status des Gebäudes ab. Eine blosse Auffrischung erfordert oft nichts; ein statischer Eingriff oder eine Massnahme an einem geschützten Objekt kann eine Gemeindebewilligung und einen kantonalen Vorbescheid verlangen. Der Fachmann erstellt das Dossier für Sie.
Nein, sofern man mit jemandem arbeitet, der den Kanton kennt. Freiburg ist offiziell zweisprachig Deutsch-Französisch: Je nach Gemeinde sprechen Handwerker und Ämter die eine oder andere Sprache. Ein vertrauter Innenarchitekt koordiniert mühelos zwischen den Sprachregionen.
Rechnen Sie mit 10 bis 20 % Reserve für Unvorhergesehenes, mehr bei einem mittelalterlichen Bau mit häufigen Überraschungen. Denken Sie auch an die obligatorische Asbestabklärung vor 1991. Ohne Marge und ohne präzises Pflichtenheft erreichen Überschreitungen oft 15 bis 25 %.