Renovieren in Lausanne: die Fachperson, die man zu spät ruft
Kurz gesagt
Ein Innenarchitekt in Lausanne gestaltet und koordiniert die Einrichtung eines Raums — Grundriss, Licht, Materialien, Ergonomie — weit über die Dekoration hinaus. Rechnen Sie mit 15 bis 22 % der Baukosten bei einer Renovation oder 120 bis 300 Franken pro Stunde. In Lausanne bestimmt die kantonale Denkmal-Einstufung des Gebäudes (recensement architectural, Skala 1 bis 7), was im Innern möglich ist — teils noch bevor über Stil gesprochen wird.

Die meisten Menschen rufen einen Innenarchitekt erst, wenn die Offerten vorliegen — wenn das Budget aus dem Ruder läuft oder sich zwei Unternehmen die Verantwortung für eine Wand zuschieben. Fast immer ist es dann zu spät: Die teuersten Entscheidungen — eine Wand öffnen, die Küche verschieben, den Grundriss ändern — fallen vorher, auf dem Plan, nicht auf der Baustelle.
Innenarchitekt, Dekorateur, Architekt: wer macht was
Die drei Berufe werden regelmässig verwechselt. Der Innendekorateur bearbeitet das Erscheinungsbild eines bestehenden Raums — Farben, Möbel, Materialien — ohne dessen Struktur zu verändern, und braucht für die Ausübung kein anerkanntes Diplom. Der Innenarchitekt gestaltet den Raum selbst: Grundriss, Wegführung, Licht, Ergonomie, und koordiniert die Gewerke. Der Architekt im engeren Sinn (Ausbildung ETH/EPFL, SIA-Mitglied) befasst sich mit der Gebäudehülle, der Tragstruktur und dem Rohbau. Bei einer Wohnungsrenovation in Lausanne führt meist der Innenarchitekt die Regie.
- Denkt den Grundriss neu: Wände, Durchbrüche, Wegführung, integrierter Stauraum
- Erstellt die Pläne, das Pflichtenheft und koordiniert die Unternehmen
- Ausbildung an einer Fachhochschule (HES-SO, ECAL in Lausanne); ggf. Mitglied der VSI.ASAI
- Sinnvoll, sobald die Raumaufteilung berührt oder tiefgreifend renoviert wird
- Bearbeitet das Bestehende: Farben, Möbel, Textilien, Leuchten, Inszenierung
- Berät, ohne Struktur oder Grundriss zu verändern
- Kein Diplom für die Berufsausübung erforderlich
- Sinnvoll, um einen Raum aufzufrischen, dessen Grundriss bereits passt
Was ein Innenarchitekt in Lausanne konkret leistet
Ein Auftrag ist nicht bloss ein schönes 3D-Rendering. Er läuft in Etappen ab, und das Wesentliche entscheidet sich lange vor der Materialwahl.
Präzise Vermessung des Bestands, Erfassen der Zwänge (tragende Wände, Schächte, Raumhöhen) und dessen, was die Denkmal-Einstufung des Gebäudes zulässt.
Mehrere Grundriss-Szenarien, grob beziffert, noch vor jeder Materialwahl — hier entscheidet sich der grösste Teil des Budgets.
Definitive Pläne, Materialwahl und präzises Leistungsverzeichnis als Grundlage für wirklich vergleichbare Offerten.
Unternehmen werden auf demselben Pflichtenheft in Konkurrenz gesetzt, Angebote analysiert, Empfehlung begründet.
Koordination der Gewerke, Termin- und Budgetkontrolle, Qualitätssicherung bis zur Abnahme der Baustelle.
Was ein Innenarchitekt im Kanton Waadt kostet
Seit 2020 ist der SIA-Honorartarif nicht mehr verbindlich: Die Honorare werden verhandelt. In der Praxis liegen sie für einen vollständigen Renovationsauftrag meist zwischen 15 und 22 % der Baukosten. Nach Aufwand rechnen Sie mit 120 bis 300 Franken pro Stunde, je nach Profil des Büros und Komplexität des Projekts. Ein punktueller Beratungsauftrag — ein paar Sitzungen, um einen Grundriss zu validieren — wird fast immer nach Stunden verrechnet.
Innenarchitektur-Honorare — Grössenordnungen
- Nach Prozentsatz: Das Honorar folgt den Baukosten — transparent, aber zu deckeln, damit es nicht mit dem Budget wächst
- Nach Stunden (120 bis 300 Franken): passend für Beratungsmandate oder kleine Perimeter
- Pauschal: bei klar definiertem Umfang möglich, fixiert den Betrag im Voraus
- Immer prüfen: was der Auftrag abdeckt — ob die Bauleitung enthalten ist oder nicht, macht den ganzen Unterschied
Eine Grössenordnung gilt erst, wenn sie mit Ihrer Wohnung, Ihrem Gebäude und dessen Denkmal-Einstufung abgeglichen ist. Architekten in Ihrem Kanton vergleichen
Der Lausanne-Faktor: die Denkmal-Einstufung
Das ist die Besonderheit, die Eigentümer in Lausanne am meisten überrascht. Jedes Gebäude im Kanton Waadt erhält eine architektonische Einstufung (recensement architectural) auf einer Skala von 1 bis 7, die den Grad des Denkmalschutzes festlegt — und damit, was Sie verändern dürfen, auch im Innern.
Als historische Denkmäler einstufbare Gebäude. Der Schutz umfasst Aussen UND Innen; jeder Eingriff läuft über die Denkmalpflege (Direction des monuments et sites).
Echter Denkmalwert, aber lockerere Aufsicht. Umbauten bleiben möglich, jedoch begleitet.
Grosse Freiheit für Umbau oder gar Ersatz: die Mehrheit der Lausanner Renditeliegenschaften.
Objekte ohne besonderen Denkmalwert, teils im Widerspruch zum Ortsbild; kaum oder keine Zwänge dieser Art.
Über die Einstufung hinaus kann eine reine Innenrenovation, die weder Struktur noch Fassade noch Nutzung berührt, oft von einer direkt durch die Gemeinde behandelten Bewilligungsbefreiung profitieren. Sobald eine tragende Wand, die Fassade oder ein geschütztes Gebäude betroffen ist, läuft das Dossier über die CAMAC — 2 bis 3 Monate in der Theorie, oft 6 bis 9 Monate in der Praxis. Ein Innenarchitekt, der regelmässig in Lausanne arbeitet, kalkuliert diese Fristen bereits im Vorprojekt ein.
Wann beauftragen — je früher, desto besser
Der beste Zeitpunkt, um einen Innenarchitekt zu rufen, ist vor dem Kauf und in jedem Fall vor der ersten Offertanfrage. Auf dem Plan kostet das Verschieben eines Bads einen Bleistiftstrich; auf der Baustelle kostet es Wochen und mehrere tausend Franken. Die Fachperson früh einzubinden heisst auch, kein Objekt zu kaufen, dessen Denkmal-Einstufung genau das verbietet, was man vorhatte.
Eine Küche öffnen, eine Suite schaffen, einen Raum gewinnen: sobald Wände verschoben werden, ist das seine Aufgabe.
Lausanner Bausubstanz vor 1950, tiefe Denkmal-Einstufung: Zwänge steuert man im Voraus, nicht während der Bauarbeiten.
Ein einziges Pflichtenheft und eine Bauleitung verhindern, dass sich alle die Verantwortung zuschieben.
Integrierter Stauraum, für den Raum entworfene Möbel: das plant man mit den Plänen, nicht im Nachhinein.
Wie wählen: die Fragen vor der Unterschrift
- Ist die Fachperson Mitglied der VSI.ASAI (Vereinigung Schweizer Innenarchitekten) oder Fachhochschul-diplomiert?
- Kann sie vergleichbare, in der Region Lausanne realisierte Baustellen vorweisen?
- Wie werden die Honorare festgelegt — Prozentsatz, Stunde oder Pauschale — und was schliessen sie genau ein?
- Ist die Bauleitung enthalten, oder endet der Auftrag mit der Planübergabe?
- Kennt sie die Waadtländer Verfahren: CAMAC, recensement, Asbest-Diagnose für jedes Gebäude vor 1991?
Ein gutes Innenraumprojekt erkennt man an dem, was man nicht sieht: den gewonnenen Quadratmetern, den fliessenden Wegen, dem Stauraum, den man nicht mehr bemerkt, weil er einfach stimmt.
Häufige Fehler in Lausanne
Den Denkmalschutz erst nach dem Kauf oder nach den Offerten zu entdecken, heisst beim Projekt bei null anzufangen.
Ohne gemeinsames Pflichtenheft können zwei Angebote für dieselbe Wohnung um das Doppelte auseinanderliegen, ohne dass eines «falsch» ist.
Die meisten Renovationen überschreiten das Budget um 15 bis 25 % wegen dem, was sich nach dem Öffnen der Wände zeigt; 10 bis 20 % Reserve einplanen.
Farben zu wählen, bevor der Grundriss steht, heisst einen Plan zu dekorieren, den man neu machen muss.
Ein Projekt in Lausanne?
Beschreiben Sie Ihr Objekt und Ihr Vorhaben — Sie erhalten einen ersten Blick auf Machbarkeit, Grundriss und Grössenordnung, noch vor jeder Verpflichtung.
Mein Projekt beschreibenHäufige Fragen
Der Innenarchitekt gestaltet den Raum selbst — Grundriss, Wände, Wegführung, Licht, Ergonomie — und koordiniert die Unternehmen; er ist an einer Fachhochschule ausgebildet (HES-SO, ECAL). Der Dekorateur bearbeitet das Erscheinungsbild eines bestehenden Raums (Farben, Möbel, Textilien), ohne dessen Struktur zu verändern, und braucht kein anerkanntes Diplom. Für eine Renovation, die den Grundriss berührt, braucht es den Innenarchitekten.
Für einen vollständigen Renovationsauftrag liegen die Honorare in der Regel zwischen 15 und 22 % der Baukosten. Nach Aufwand rechnen Sie mit 120 bis 300 Franken pro Stunde, je nach Büro und Komplexität. Da der SIA-Tarif seit 2020 nicht mehr verbindlich ist, werden diese Beträge verhandelt und variieren von Projekt zu Projekt — umso wichtiger ist es, den Leistungsumfang präzisieren zu lassen.
Eine reine Innenrenovation, die weder Struktur noch Fassade noch Nutzung berührt, kann oft von einer durch die Gemeinde behandelten Bewilligungsbefreiung profitieren. Sobald eine tragende Wand, die Fassade betroffen ist oder das Gebäude geschützt ist (Denkmal-Einstufung 1 bis 3), läuft das Dossier über die CAMAC, mit einer Frist von 2 bis 3 Monaten in der Theorie, oft 6 bis 9 Monaten in der Praxis.
Jedes Waadtländer Gebäude erhält eine Note von 1 bis 7, die seinen Grad an Denkmalschutz festlegt. Die Noten 1 und 2 schützen das Innere wie das Äussere und verlangen die Zustimmung der Denkmalpflege; Note 3 gehört zum kantonalen Inventar; ab Note 4 ist die Umbaufreiheit gross. Diese Note vor dem Kauf oder vor der Projektierung zu prüfen, verhindert die späte Entdeckung, dass ein Eingriff untersagt ist.
So früh wie möglich — idealerweise vor dem Kauf und in jedem Fall vor der Offertanfrage. Die teuersten Entscheidungen (Grundriss, Durchbrüche, Verschieben von Nasszellen) fallen auf dem Plan; sie während der Bauarbeiten zu ändern, kostet Wochen und mehrere tausend Franken. Ein früher Einbezug erlaubt zudem, die Machbarkeit mit Blick auf Einstufung und Bewilligungsfristen abzustecken.