Weshalb eine Küche am Ende oft das Doppelte des Showroom-Preises kostet
Kurz gesagt
In der Schweiz kostet eine neue Küche in der Regel zwischen 8'000 und 16'000 Franken für eine montierte Bausatzküche mit Elektrogeräten der Grundausstattung, zwischen 18'000 und 35'000 Franken für eine Markenküche im mittleren Segment und zwischen 40'000 und 60'000 Franken — mitunter deutlich mehr — für eine massgefertigte Küche im oberen Segment. Der Möbelpreis macht oft nur die Hälfte des tatsächlichen Budgets aus: Montage, Anschlüsse, definitive Arbeitsfläche, Elektrogeräte und die Entsorgung der alten Küche bilden die andere Hälfte. Der Faktor mit dem grössten Einfluss auf die Rechnung bleibt die Änderung der Anordnung, die verlangt, Wasserzuleitungen, Abläufe und Elektroanschlüsse zu verlegen.

Die beim Verlassen des Showrooms überreichte Offerte lautete auf 13'500 Franken. Die Schlussrechnung, sobald die Küche montiert, angeschlossen und ausgestattet ist, übersteigt 24'000. Unredlich ist daran nichts: Der in der Ausstellung angezeigte Preis deckt die Möbel ab — Korpusse, Fronten, Beschläge — und oft nichts weiter. Montage, Anschlüsse, die definitive Arbeitsfläche, die Elektrogeräte und die Entsorgung der alten Küche bilden die andere Hälfte des Budgets — jene, die auf keinem Preisschild steht.
Was eine Küche in der Schweiz kostet: drei Segmente, drei Budgets
Eine Bausatzküche aus dem Grossverteiler, von einem Profi montiert und mit Elektrogeräten der Einstiegsklasse ausgestattet, liegt in der Regel zwischen 8'000 und 16'000 Franken, alles inbegriffen. Eine Schweizer oder europäische Markenküche im mittleren Segment — Serienkorpusse, Fronten und Arbeitsfläche nach Katalog, Markengeräte — kostet montiert meist zwischen 18'000 und 35'000 Franken. Eine massgefertigte Küche im oberen Segment, entworfen von einem Küchenbauer oder Schreiner, steigt auf 40'000 bis 60'000 Franken, und das Spitzensegment übertrifft diese Beträge deutlich, sobald Materialien und Geräte mitziehen.
Preisspannen — komplette Küche montiert, Elektrogeräte inbegriffen
Zwischen diesen Komplettszenarien gibt es einen oft vergessenen Mittelweg: Fronten und Arbeitsfläche zu erneuern und dabei die Korpusse und die bestehenden Anschlüsse zu behalten — das liegt in der Regel bei rund 10'000 bis 15'000 Franken und verwandelt den Raum optisch für einen Bruchteil des Preises einer neuen Küche. Am anderen Ende spielen auch die regionalen Unterschiede: In den Wirtschaftszentren — Genf, Lausanne, Zürich, Basel, Zug — liegen die Preise für dieselbe Küche üblicherweise 10 bis 20% über jenen weniger angespannter Regionen.
Die Hälfte des Budgets ist im Showroom nicht zu sehen
Der in der Ausstellung angezeigte Betrag entspricht in der Regel den Möbeln allein. Je nach Anbieter ist die Montage inbegriffen oder wird separat verrechnet, die Elektrogeräte werden als Option angeboten, und die Arbeitsfläche figuriert mit einem provisorischen Betrag — handelt es sich um Stein oder Keramik, wird sie erst nach der Montage der Korpusse ausgemessen, gefertigt und definitiv beziffert. Um diesen Grundpreis herum gruppieren sich somit fünf Posten, die zusammengerechnet oft ebenso viel wiegen wie die Möbel selbst.
Die verborgene Seite der Offerte — Posten rund um die Möbel
Diese Addition erklärt die so häufige Verdoppelung zwischen Showroom-Preis und Schlussrechnung: Möbel für 12'000 Franken werden zu einer Küche für 22'000 oder 25'000 Franken, sobald sie montiert, angeschlossen, mit einer Arbeitsfläche aus Stein versehen und mit Elektrogeräten des mittleren Segments ausgestattet sind. An der Zahl ist nichts skandalös — vorausgesetzt, man hat sie vor der Unterschrift kommen sehen, nicht mitten auf der Baustelle.
Eine Küchenofferte lässt sich nur dann mit einer anderen vergleichen, wenn beide exakt dieselben Posten abdecken — Montage, Anschlüsse und Elektrogeräte inbegriffen. Architekten in Ihrem Kanton vergleichen
Arbeitsfläche: von 150 bis über 1'000 Franken pro Laufmeter
Bei gleicher Fläche ist die Arbeitsfläche der Posten, bei dem die Materialwahl die Rechnung am stärksten variieren lässt. Der Unterschied entscheidet sich nicht nur beim Kauf: Jedes Material hat seine eigene Logik von Pflege und Alterung, die auf die tatsächlichen Kosten über zehn oder fünfzehn Jahre durchschlägt.
- Kunstharz (Laminat): ab 150 Franken pro Laufmeter montiert — am günstigsten, im Gebrauch solide, aber empfindlich gegen stehendes Wasser an den Kanten und nach einer Beschädigung kaum zu reparieren
- Massivholz: in der Regel 300 bis 500 Franken pro Meter — warm und wohnlich, lässt sich beliebig oft abschleifen und nachölen, verlangt aber rund um das Spülbecken regelmässige Pflege
- Chromstahl: rund 300 bis 400 Franken pro Meter — hygienisch und hitzeunempfindlich, zeigt aber Kratzer und bringt einen ausgeprägten «Profiküchen»-Charakter mit
- Quarzkomposit: in der Regel 450 bis 800 Franken pro Meter — die Optik von Stein ohne periodische Imprägnierung, aber empfindlich gegen direkte Hitze
- Naturstein (Granit): rund 400 bis 800 Franken pro Meter — sehr widerstandsfähig, alle paar Jahre zu imprägnieren
- Keramik: ab 700 Franken pro Meter, oft über 1'000 — unempfindlich gegen Hitze, Kratzer und Flecken, das aktuelle Spitzensegment
Eine Schweizer Küche umfasst in der Regel 3 bis 5 Laufmeter Arbeitsfläche: Dieselbe Anordnung kostet damit rund 600 Franken in Kunstharz und bis zu 7'000 Franken in Keramik, ohne dass sich ein einziges Möbel ändert. Ein Terminpunkt, den man bei Stein und Keramik kennen muss: Die Arbeitsfläche wird nach der Montage der Korpusse mit einer Schablone ausgemessen und dann gefertigt — rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen dazwischen, in denen die Küche mit einer provisorischen Arbeitsfläche funktioniert.
Die Elektrogeräte: der Posten, der über das Segment entscheidet
Ein komplettes Set — Backofen, Kochfeld, Kühlschrank, Geschirrspüler, Dunstabzug — gibt es in der Einstiegsklasse für rund 2'500 bis 4'000 Franken, im mittleren Segment europäischer Marken für etwa 7'000 bis 8'000 Franken, und es übersteigt leicht 15'000 Franken, sobald man zu den Spitzenlinien mit Steamer, grossflächiger Induktion und vollintegrierten Geräten wechselt. Ein typisch schweizerisches Detail, das vor jedem Teilersatz zu prüfen ist: Viele bestehende Küchen folgen noch den Dimensionen des Schweizer Masssystems (Geräte mit 55 cm Breite) statt der Euronorm von 60 cm — die beiden sind nicht austauschbar, ohne die Korpusse anzupassen, was den blossen Ersatz eines Backofens in Schreinerarbeiten verwandeln kann.
Anordnung beibehalten oder verändern: die Entscheidung mit dem grössten Gewicht
Wie beim Badezimmer ist der grösste Kostenfaktor weder die Front noch die Arbeitsfläche — es ist die Position der Wasserzuleitungen, der Abläufe und der Elektroanschlüsse. Solange Spülbecken, Kochfeld und Geräte an ihrem Platz bleiben, werden die bestehenden Leitungen weiterverwendet, und die Baustelle beschränkt sich auf die Möbel und die Oberflächen. Sobald die Küche die Wand wechselt, sich zum Wohnraum öffnet oder eine Kücheninsel erhält, muss der Ablauf mit dem vorgeschriebenen Gefälle neu geführt, oft der Unterlagsboden oder die Wände geöffnet und eine neue Starkstromleitung (400 Volt) für Kochfeld und Backofen gezogen werden: Je nach Umfang machen diese technischen Arbeiten allein üblicherweise 5'000 bis 15'000 Franken aus.
- Wasserzuleitungen, Abläufe und Elektroleitungen werden weiterverwendet
- Montage auf die Möbel konzentriert: in der Regel 3 bis 5 Tage Baustelle
- Budget fliesst in das, was man sieht und was sich abnutzt: Fronten, Arbeitsfläche, Geräte
- Die naheliegende Wahl, wenn die aktuelle Aufteilung im Alltag funktioniert
- Neue Abläufe mit vorgeschriebenem Gefälle, Unterlagsboden oder Wände geöffnet
- Neue Starkstromleitung, Abluft des Dunstabzugs neu zu positionieren
- Technische Arbeiten: 5'000 bis 15'000 Franken je nach Umfang, ohne Ausbauarbeiten
- Sinnvoll, wenn die Öffnung zum Wohnraum oder eine Kücheninsel den Gebrauch wirklich verändert
Die Kücheninsel bündelt diese ganze Logik in sich: Ein Spülbecken oder ein Kochfeld mitten im Raum setzt einen Ablauf voraus, der mit dem nötigen Gefälle durch den Unterlagsboden führt, eine Stromzuleitung, die durch den Boden ankommt, und einen Dunstabzug, dessen Abluft an der Decke oder im Umluftbetrieb gelöst werden muss. Machbar ist das — aber es ist eine kleine Rohbaubaustelle, kein Möbel, das man dazustellt. Eine reine Stauraum- und Arbeitsinsel, ohne Wasser und ohne Kochfeld, vermeidet den Grossteil dieser Mehrkosten.
Küchenbauer, Schreiner oder Innenarchitekt: wer macht was
Der Küchenbauer — Fachgeschäft oder Grossverteiler mit Planungsservice — verkauft Serienprogramme, plant in 3D und lässt durch eigene Teams montieren: Das ist der kürzeste Weg für einen Ersatz in der bestehenden Anordnung, mit klar gefassten Preisen und kurzen Fristen. Der Schreiner fertigt nach Mass: Rechnen Sie grob mit 18'000 bis 45'000 Franken ohne Elektrogeräte für eine in der Werkstatt entworfene und gefertigte Küche — eine Investition, die ihren Sinn erhält, wenn der Raum eine echte Einschränkung aufweist — Dachschräge, Nische, atypische Höhe — oder wenn Langlebigkeit und Reparierbarkeit wichtiger sind als der Kaufpreis.
Der Innenarchitekt setzt auf einer anderen Ebene an: Er verkauft weder Möbel noch Montage, sondern klärt die Fragen, die der Wahl des Anbieters vorausgehen — soll die Anordnung verändert, der Raum zum Wohnbereich geöffnet werden, wo liegen die Arbeitszonen —, und koordiniert anschliessend Küchenbauer oder Schreiner mit Elektriker, Sanitärinstallateur und Plattenleger. Bei einem blossen Ersatz eins zu eins ist er überflüssig; sobald das Projekt die Anordnung, die Wände oder mehrere Gewerke betrifft, amortisieren sich seine Honorare oft teilweise über besser gefasste Offerten und vermiedene Anordnungsfehler — jene, die man nie zweimal bezahlt.
Wie lange ohne Küche?
Das ist im Alltag die Frage mit dem grössten Gewicht, und die Antwort hängt fast vollständig von der Anordnung ab. Bei einem Ersatz ohne Verlegung der Anschlüsse beschränkt sich die tatsächliche Entbehrung in der Regel auf ein bis zwei Wochen zwischen der Demontage der alten Küche und der Inbetriebnahme der neuen. Ändert sich die Anordnung — geöffneter Unterlagsboden, neu geführte Leitungen, neue Platten —, rechnen Sie eher mit 3 bis 5 Wochen, Trocknungszeiten inbegriffen. Die eigentliche Projektdauer entscheidet sich allerdings vorgelagert, in der Fertigung.
- Konzeption, Materialwahl und vergleichbare Offerten: 3 bis 6 Wochen vor der Bestellung
- Fertigung und Lieferung: in der Regel 4 bis 8 Wochen für eine Serienküche, 8 bis 12 Wochen für eine massgefertigte Küche aus der Werkstatt
- Montage: 3 bis 5 Tage für einen Ersatz mit unveränderter Anordnung, 1 bis 2 Wochen, sobald die Anschlüsse verändert werden
- Arbeitsfläche aus Stein oder Keramik: nach der Montage der Korpusse ausgemessen, 2 bis 3 Wochen später geliefert und montiert — eine provisorische Arbeitsfläche überbrückt die Zeit
- Überlebenstipp: den alten Kühlschrank andernorts angeschlossen behalten, dazu ein mobiles Kochfeld und ein zugänglicher Wasseranschluss — das macht die Zeit ohne Küche deutlich erträglicher
Mieter oder Stockwerkeigentum: zwei Abklärungen, bevor Sie sich verpflichten
In einer Mietwohnung gehört die Küche dem Vermieter: Ihr Ersatz am Ende der Lebensdauer ist seine Sache, und ein Mieter, der sie auf eigene Kosten ersetzen will, braucht vorgängig die schriftliche Zustimmung des Vermieters (Art. 260a OR) — andernfalls riskiert er beim Auszug eine Wiederherstellung des früheren Zustands auf eigene Kosten. Im Stockwerkeigentum liegt die Küche im Sonderrecht, und die Entscheidung gehört Ihnen — doch sobald die Arbeiten gemeinschaftliche Stränge oder Leitungen betreffen, etwa ein verlegter Ablauf, der anders an den Fallstrang anschliesst, muss die Verwaltung der Stockwerkeigentümergemeinschaft vor Baubeginn einbezogen werden, selbst wenn keine kommunale Bewilligung nötig ist.
Vor der Unterschrift der Offerte: was schwarz auf weiss zu prüfen ist
Aufbau durch die Teams des Küchenbauers oder durch einen Subunternehmer: Die Montage allein liegt in der Regel zwischen 1'000 und 3'500 Franken, wenn sie separat verrechnet wird.
Wasser, Ablauf, Starkstrom und Lüftung sind in der Offerte des Küchenbauers oft ausgeschlossen und werden Installateuren übertragen — in diesem Fall separat zu budgetieren und zu koordinieren.
«Markengeräte» genügt nicht: Die Offerte muss die exakten Modelle nennen, damit man vergleicht, was wirklich vergleichbar ist.
Demontage und Entsorgung in der Deponie kosten in der Regel 500 bis 1'200 Franken — ein bescheidener Posten, der in aus dem Kopf erstellten Budgets fast immer vergessen geht.
Aus Stein oder Keramik wird sie nach der Montage der Korpusse ausgemessen: prüfen, ob der Betrag in der Offerte provisorisch oder definitiv ist — und wer eine allfällige Differenz trägt.
Ein unverbindlicher Montagetermin verpflichtet zu nichts — eine im Vertrag festgehaltene Frist schützt wirklich, vor allem wenn ein Umzug davon abhängt.
Eine Küche kalkuliert man wie eine kleine Baustelle, nicht wie ein Möbel: Am meisten kostet nicht das, was man in der Ausstellung sieht, sondern das, was sie mit dem Gebäude verbindet.
Ihre Küche auf vergleichbarer Grundlage kalkulieren
Beschreiben Sie Ihr Projekt — Fläche, aktuelle Anordnung, angestrebtes Segment —, um mit Innenarchitekten in Kontakt zu treten, die ein präzises Pflichtenheft erstellen, bevor sie Küchenbauer und Handwerker anfragen.
Mein Projekt beschreibenHäufige Fragen
Für eine komplette, montierte Küche mit Elektrogeräten rechnen Sie in der Regel mit 8'000 bis 16'000 Franken für eine Bausatzküche aus dem Grossverteiler, mit 18'000 bis 35'000 Franken für eine Markenküche im mittleren Segment — der häufigste Fall — und mit 40'000 bis 60'000 Franken für Massanfertigung im oberen Segment. Eine auf Fronten und Arbeitsfläche beschränkte Erneuerung, bei der Korpusse und Anschlüsse erhalten bleiben, liegt bei rund 10'000 bis 15'000 Franken.
Fast immer, weil sie nicht denselben Umfang abdecken: Die eine schliesst Montage, Anschlüsse, die Modell für Modell benannten Elektrogeräte und die Demontage der alten Küche ein, die andere endet bei den Möbeln mit einer provisorisch bezifferten Arbeitsfläche. Bevor man die Beträge vergleicht, muss man Posten für Posten prüfen, was jede Offerte umfasst — dort versteckt sich der Unterschied, nicht in der Qualität der Korpusse.
Bei einem Ersatz in der bestehenden Anordnung rechnen Sie mit ein bis zwei Wochen zwischen Demontage und Inbetriebnahme, wobei die Montage selbst 3 bis 5 Tage dauert. Ändert sich die Anordnung — neu geführte Abläufe, geöffneter Unterlagsboden, neue Platten —, erstreckt sich die Entbehrung eher über 3 bis 5 Wochen. Hinzu kommt vorgelagert die Fertigungsfrist: in der Regel 4 bis 8 Wochen für eine Serienküche, 8 bis 12 Wochen für Massanfertigung.
Ja, im passenden Szenario: ein Raum mit gängigen Massen, ein knappes Budget oder ein Horizont von wenigen Jahren — etwa vor einer umfassenderen Renovation oder einem Verkauf. Die Grenzen sind bekannt: weniger langlebige Beschläge, heikle Anpassung an Wände, die nicht gerade sind, kürzere Lebensdauer. Eine professionelle Montage bleibt auch bei einer Bausatzküche empfohlen: Eine schlecht montierte Küche altert schlecht, unabhängig von ihrem Kaufpreis.
Wenn eine echte Einschränkung sie verlangt: Dachschräge, Nische, atypische Raumhöhe, eine auf den Zentimeter optimierte Anordnung — oder wenn die Langlebigkeit im Vordergrund steht, denn ein Werkstattmöbel aus hochwertigen Materialien lässt sich Stück für Stück reparieren, wo ein Bausatzmöbel als Ganzes ersetzt wird. Rechnen Sie mit 18'000 bis 45'000 Franken ohne Elektrogeräte und 8 bis 12 Wochen Fertigung. Ohne besondere Einschränkung leistet eine gut gewählte Serienküche denselben Dienst für deutlich weniger Geld.