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Methode9. Juli 20268 Min. Lesezeit

Wen Sie anrufen, entscheidet über Ihr Budget

Kurz gesagt

Dieser Leitfaden vergleicht Dekorateur und Innenarchitekt in der Schweiz: Ausbildung, Aufgabenbereich, Regulierung und Kosten. Der Innenarchitekt ist an einer Fachhochschule ausgebildet (HES-SO, ECAL, HEAD) und verantwortet Struktur, Pläne und Baustelle; der Dekorateur berät zu Stimmung, Möbeln und Materialien, ohne Pflichtdiplom. Die zentrale Frage bei der Wahl zwischen Innenarchitekt oder Dekorateur ist einfach: Greifen Sie in Wände und Volumen ein, oder nur in die sichtbare Oberfläche.

Vergleich zwischen dem Beruf des Dekorateurs und dem des Innenarchitekten in der Schweiz

Sie möchten ein Wohnzimmer neu denken, eine Wohnung auffrischen oder eine Villa umbauen, und der erste Reflex ist da: jemanden « für das Interieur » suchen. Nur steckt hinter dieser Idee nicht ein Beruf, sondern zwei, mit völlig unterschiedlichen Kompetenzen, Verantwortungen und Preisen. Das falsche Profil zu rufen bedeutet entweder, für ein simples Auffrischen zu viel zu zahlen, oder einen strukturellen Umbau jemandem anzuvertrauen, der ihn nicht tragen kann.

Zwei Berufe, die ständig verwechselt werden

Die Verwechslung ist nachvollziehbar: Beide arbeiten am Raum, sprechen über Farben, Licht und Materialien und liefern ein fertiges Interieur. Der Unterschied liegt im Aufgabenbereich. Der eine greift in das Sichtbare und Bewegliche ein; der andere auch in das Feste und Technische. Diese Grenze lässt sich auf eine Frage bringen: Berühren Sie nur die Oberfläche, oder auch Wände, Volumen und Leitungen.

Was ein Innenarchitekt macht

Der Innenarchitekt entwirft und verändert Räume. Er versetzt Trennwände, ordnet Zimmer neu, plant Küche oder Bad bis zu Wasseranschlüssen und Elektrik und koordiniert die Handwerker auf der Baustelle. Er erstellt bemasste Pläne, ein technisches Leistungsverzeichnis und begleitet die Ausführung. Das ist eine Rolle als Planer und Projektleiter, nicht nur eine Frage des Geschmacks.

  • Aufmasse, bemasste Pläne und Neuverteilung der Räume
  • Koordination der Gewerke: Schreiner, Elektriker, Sanitär, Maler
  • Wahl der festen Materialien: Böden, Plättli, Einbauten nach Mass
  • Baugesuche und Einhaltung der Sicherheitsnormen
  • Bauleitung, Terminplanung und Kostenkontrolle

Was ein Dekorateur macht

Der Dekorateur arbeitet an der Atmosphäre eines bereits bestehenden Raums. Er stellt Farbpaletten zusammen, wählt Möbel, Textilien, Leuchten und Objekte, inszeniert die vorhandenen Volumen und bringt das Ganze in Einklang. Er versetzt keine Wand und berührt keine Leitungen. Sein Einsatz ist leichter, oft schneller und auf das sichtbare Ergebnis konzentriert.

Innenarchitekt
  • Greift in Struktur, Volumen und Leitungen ein
  • Liefert technische Pläne und ein Ausführungsverzeichnis
  • Koordiniert und leitet die Baustelle
  • Ausbildung an der Fachhochschule (FH) und Projektverantwortung
  • Honorar in Prozent der Bausumme oder nach Stundensatz
Dekorateur
  • Greift in die sichtbare Oberfläche ein: Farben, Möbel, Materialien
  • Liefert Moodboards und eine Einkaufsliste
  • Berät und inszeniert, ohne Bauleitung
  • Kein Pflichtdiplom, sehr unterschiedliche Profile
  • Abrechnung nach Stunden oder Beratung pro Raum

Ausbildung und Titel: was in der Schweiz gilt

In der Schweiz wird der Innenarchitekt an einer Fachhochschule ausgebildet: ein dreijähriger Bachelor an der HES-SO, an der ECAL oder der HEAD, teils ergänzt durch einen Master. Der Beruf wird von der VSI-ASAI vertreten. Wichtig jedoch: Der Titel ist rechtlich nicht geschützt, was die Prüfung des Werdegangs umso sinnvoller macht. Der Dekorateur hat kein Pflichtdiplom; manche kommen von einem EFZ als Innendekorateur, andere sind Quereinsteiger oder Autodidakten. Kompetenz gibt es auf beiden Seiten, aber sie muss belegt und darf nicht vorausgesetzt werden.

Man wählt keinen Titel, man wählt einen Verantwortungsbereich. Das eigentliche Kriterium ist nicht « Innenarchitekt oder Dekorateur », sondern: Wer haftet für das Ergebnis, wenn eine Wand geöffnet wird.
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Was jedes Profil kostet

Der Kostenunterschied spiegelt den Unterschied in der Verantwortung. Der Innenarchitekt rechnet oft in Prozent der Bausumme ab, oder nach Stundensatz für punktuelle Beratung. Der Dekorateur rechnet fast immer nach Stunden oder pauschal pro Raum ab. Die folgenden Bandbreiten geben Grössenordnungen für den Stundensatz; die Prozenthonorare stehen direkt danach.

Richtwert Stundensatz

Innenarchitekt
120300 CHF/h
Dekorateur (Beratung)
80150 CHF/h

Für ein Gesamtmandat wendet der Innenarchitekt einen Prozentsatz auf die Bausumme an: rechnen Sie mit etwa 15 bis 22 % bei einer Renovation, 12 bis 18 % bei einem Neubau. Die SIA-Ordnung diente lange als Tarif, ist aber seit 2020 nicht mehr verbindlich: alles wird verhandelt und im Vertrag festgehalten. In beiden Fällen sollten Sie eine Reserve von 10 bis 20 % für Unvorhergesehenes einplanen, das häufiger auftritt, sobald man an den Bestand geht.

Innenarchitekt oder Dekorateur: so entscheiden Sie

Die Entscheidung fällt im Vorfeld, vor jeder Offerte. Stellen Sie sich die folgenden Fragen: Wenn Sie bei einer der ersten drei mit Ja antworten, brauchen Sie einen Innenarchitekten. Bleiben Sie bei den letzten, genügt ein Dekorateur und kostet Sie deutlich weniger.

01Greifen Sie in Wände oder Volumen ein?

Eine Wand entfernen, eine Öffnung vergrössern, Zimmer neu verteilen: das ist Planung, also ein Innenarchitekt.

02Erneuern Sie Küche oder Bad?

Sobald ein Wasseranschluss oder die Elektrik versetzt wird, braucht es Pläne, Normen und Baukoordination.

03Steht eine Bewilligung oder Norm im Spiel?

Sicherheit, Brandschutz, Statik, Stockwerkeigentum: ein Innenarchitekt haftet für die Konformität.

04Wollen Sie vor allem eine neue Stimmung?

Farben, Möbel, Licht und Materialien auf unveränderter Struktur: das Feld des Dekorateurs.

05Ist das Budget knapp und die Frist kurz?

Eine gezielte Dekorationsberatung nach Stunden bringt ein sichtbares Ergebnis, ohne eine Baustelle zu eröffnen.

Drei Szenarien zur Einordnung

Auffrischen: Sie behalten die Volumen und ändern Anstriche, Vorhänge, Sofa und Beleuchtung. Ein Dekorateur, ein paar Stunden Beratung, fertig. Umorganisieren: Sie wollen die Küche zum Wohnraum öffnen oder ein Büro in ein Zimmer verwandeln. Jetzt sind wir beim Innenarchitekten, denn es gibt Pläne, Wände und mitunter eine Bewilligung. Grundlegend renovieren: Küche, Bäder, Böden, Elektrik und Grundriss von Grund auf neu. Das ist klar ein Mandat für den Innenarchitekten, mit Bauleitung und Kostenverfolgung. Viele Projekte verbinden beide Logiken, und ein gutes Studio wechselt zwischen ihnen, ohne Ihnen mehr zu verkaufen als nötig.

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Häufige Fragen

Der Innenarchitekt verändert den Raum, inklusive Wände, Leitungen und Pläne, unter seiner Verantwortung; der Dekorateur gestaltet einen bestehenden Raum mit Farben, Möbeln und Materialien, ohne die Struktur anzutasten.

Der Titel ist rechtlich nicht geschützt, doch der Beruf beruht auf einer Fachhochschulausbildung (HES-SO, ECAL, HEAD) und wird von der VSI-ASAI vertreten. Prüfen Sie stets Werdegang und Referenzen.

Oft 15 bis 22 % der Bausumme bei einer Renovation, 12 bis 18 % beim Neubau, oder ein Stundensatz von 120 bis 300 CHF/h. Die SIA-Ordnung ist seit 2020 nicht mehr verbindlich; alles wird im Vertrag festgelegt.

Nein, den technischen Teil nicht. Sobald eine Wand, ein Wasseranschluss oder die Elektrik versetzt wird, braucht es Pläne, Normkonformität und eine Bauleitung, das ist Sache des Innenarchitekten.

Ja. Rechnen Sie mit 10 bis 20 % Reserve für Unvorhergesehenes, besonders im Bestand, wo nach Baubeginn oft Überraschungen auftauchen.